2023  06

WERK/WERT II

Projekt & Exkursion
In Kooperation mit Klasse Baranowsky & University of the Arts Helsinki
Konzeption: Heike Baranowsky, Frank Brümmel, Katja Eydel & Florin Weber
Gefördert durch Leonardo – Zentrum für Kreativität und Innovation

Fotos © Heike Baranowsky, Katja Eydel, Dr. Astrid Betz, 2023

Fortsetzung des Projekts ︎︎︎“Werk/Wert”
Im Juni 2023 empfängt die AdBK den Gegenbesuch der Studierenden aus der University of the Arts Helsinki. In Nürnberg befasst sich das kooperative Projekt mit Fragen von Nachhaltigkeit im Bezug auf Krieg und dessen (Spät-)Folgen für die Umwelt, Erinnerungskultur sowie den angemessenen Umgang mit dem materiellen Erbe totalitärer Systeme am Beispiel der Stadt Nürnberg. 

Wie lässt sich der Nationalsozialismus ausstellen ohne dessen Ideologie zu reproduzieren? Dieser Frage wird mit dem Besuch der aktuellen Interimsausstellung im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände und im Gespräch mit der Kuratorin Dr. Astrid Betz nachgegangen.
Durch den Workshop ︎︎︎“Facing Difficult Heritage” von Florin Weber untersuchen und befragen die Studierenden den ambivalenten Umgang der Stadt mit den baulichen Relikten der Reichsparteitage, der in Nürnberg zwischen Verdrängung, Aufarbeitung und kommerzieller Nutzbarmachung changiert. Die Nichtadressierung von faschistischen Gewaltstrukturen im öffentlichen Raum veranschaulicht Lukas Jantschek mit seinem Film “Russenwiese”, anhand eines ehemaligen NS-Arbeitslagers, das heute als Erholungsgebiet genutzt wird.

Dass militärische Strukturen lange nach ihrem ursprünglichen Zweck Einfluss auf ihr Umfeld ausüben, wird sowohl in der Führung von “Geschichte für Alle” entlang der Nürnberger Altstadtmauer deutlich, die als Wehranlage die Stadtentwicklung aktiv beeinflusste und lenkte, als auch im Besuch des Truppenübungsplatzes im Naturschutzgebiet Tennenloher Forst: aufgrund der Kontaminierung mit Sprengstoff durch NS- und US-Truppen ist eine gefahrlose Begehung abseits der abgesteckten Wege nicht mehr möglich. 

In der Akademie Galerie Nürnberg präsentieren anschließend die Studierenden ihre Eindrücke in individuellen, künstlerischen Arbeiten im Rahmen der Pop-Up Ausstellung ︎︎︎“HEL >< NUE” und behandeln die Rolle von Kunst, konflikthafte und unterdrückte Geschichte erfahrbar zu machen.